Durch Falttechnik zum komplett geschlossenen Planen Zelt

Es gibt Schlechtwetterzeiten, in denen man sich am liebsten geschützt unter einer rundum geschlossenen Plane verkriechen möchte.
Ab einer bestimmten Körpergröße wird das aber mit einem Standard Tarp 3 x 3 m ziemlich knapp (z.B. bei der rundum geschlossenen Dreieckpyramide) – man stößt an die Wände, nicht aber bei dieser Form:

Der Aufbau geht sehr schnell vonstatten (eigentlich schneller als bei jedem Zelt), wenn man eine, schon speziell zu diesem Zweck vorgeschnittene, Bodenplane benutzt (bei mir ist das eine billige Baumarktplane 80g/m² für knapp 10 €; zum „Festtackern“ benutze ich von den Holdon Klemmen). Die vier Spitzen dieser Plane mit Heringen fixieren;

das darüber gelegte Tarp an den vier Ecken einhängen (mit jeweils zwei Zusammenfügungen) und die Aufstellstange/n einschieben. Fertig. Keinerlei Abspannen nötig.
Trotzdem könnte man es bei Sturm auch an zwei gegenüber liegenden Seiten zusätzlich abspannen.

Noch schneller geht der Aufbau vonstatten, wenn man schon von Anfang an Boden und Plane (eingeschleift) gekoppelt hat. Vier Heringe an den Ecken und Aufstellstange/n rein. Fertig.

Man könnte das Ganze sogar ganz minimalistisch mit nur 2 Heringen aufbauen, nämlich, wenn man – wie ich – mit 2 Aufstellstangen innen A-Frame mäßig arbeitet und die Aufstellstangen in die Schlaufenabspannungen des Tarps steckt. So benötigt man nur jeweils einen Hering an den Spitzen der Längsrichtung.
Es ist sogar ein Aufhängen unter einem Ast – wie hier in den Bildern zu sehen – möglich und damit komplettem Innenraum ohne störende Stange. Einfach Lebensmittel Vorratsbeutel mit der Leine über einen Ast geworfen, hat man eine automatische Planenspannung. Auf diese Weise wird, sollte sich der Ast bei Wind bewegen, nicht gleich das ganze Planenzelt gelüpft. 😉

Zum besseren Verstehen zunächst die Falttechnik aus Papier.

Damit man überhaupt eine große Liegelänge hinbekommt, muss man die Plane diagonal falten.

Die Bereiche zwischen den gestrichelten Linien werden durch das Anheben in die 3. Dimension wegfallen und später innen zusammen gerollt und mit einer kleinen Klammer fixiert oder als Falteingang benutzt.

Insgesamt ergibt diese Rautenform eine Bodenfläche von ca. 3.60 m mal 2.60 m; d.h. mind 2.40 m nutzbare Liegelänge (gemessen in 30 cm Höhe)! Die Höhe unter der Spitze beträgt gut 1 Meter; d.h. man kann sich auch setzen und bequem anziehen.

Man kann zwecks Belüftung die beiden Spitzen der Längsseiten hochrollen und mit Holdon Klemmen abspannen.

Man kann aber auch den „Falteingang“ komplett hochspannen als Dach über dem Eingang und hat so auch gute Lüftung:

Wenn man in das Dreieck des Eingangs (im folgenden Bild rot gekennzeichnet) ein Fliegengitter einbaut, ist man auf der sicheren Seite gegenüber Insekten.

Dazu wird ein Dreieck aus Fliegengitter zurecht geschnitten, mit Kantenband umsäumt und mit teilbaren Reißverschlüssen oder Klettband versehen, die Gegenstücke am Tarp angenäht.

Man könnte das auch für die gegenüber liegende Seite vorbereiten und hätte damit 2 „Veranden“ mit guter Shelter Durchlüftung bei gleichzeitigem Fliegenschutz.

Man kann den Eingang noch mehr auf die Seite verlegen und hat somit einen höheren Einstieg:

Auch dieser Eingang läßt sich gut mit Mesh verschließen.

So hat man – wie im Falle des Hammock Tarps 3 x 3 m – einen wetterfesten Schutz bei sehr geringem Gewicht von ca. 800g.
Durch die Schrägen perlt Kondenzwasser gut an den Seiten nach unten und tropft nicht von oben herab. So funktioniert das auch gut ohne Innenzelt.

Diese Bauart ist recht windstabil; 2 schräg gegenüberliegende Seiten lassen sich bei Bedarf noch zusätzlich abspannen.

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